Wirbelsäulenzentrum Level II nach DWG
Standort Dormagen

Die Wirbelsäule ist verantwortlich für unseren aufrechten Gang. Durch eine falsche Belastung oder falsche Bewegungsmuster können Rückenschmerzen entstehen. Rund zwei Drittel der Bevölkerung leidet unter Rückenschmerzen -  die Ursachen dafür sind vielfältig: Überbelastung, Bewegungsmangel, Muskelverspannung, Übergewicht, entzündliche Prozesse sowie Tumore oder Metastasen.

Viele Beschwerden rund um die Wirbelsäule lassen sich konservativ, also ohne Operation behandeln. So kann bei akuten wie auch chronischen Rückenschmerzen oft etwa durch die Gabe von Schmerzmitteln über die Vene, in die Rückenmarksnähe oder direkt in die Wirbelgelenke eine schmerzfreie Bewegung ermöglicht werden.

Wenn diese Therapien jedoch keine Besserung bringen, kann der gewünschte Erfolg über eine Operation erreicht werden. Im Rheinland Klinikum Dormagen operieren wir alle Wirbelsäulenregionen von der Halswirbelsäule bis zum Steißbein. Dabei wenden wir je nach Krankheitsbild und betroffenen Wirbeln (Hals-, Brust- oder Lendenwirbelsäule) verschiedene operative Techniken an.

Besonders spezialisiert sind unsere hochqualifizierten Chirurgen auf minimal-invasive, endoskopische Verfahren, die mit kleinsten Schnitten auskommen und damit den geringstmöglichen Eingriff in den Körper bedeuten. Somit reduzieren wir das Risiko für Vernarbungen. So verringern diese besonders schonenden Verfahren die Genesungszeit erheblich, vernarbungsbedingte Restbeschwerden nach einer offenen Operation entfallen.  

 


Konservatives und operatives Leistungsspektrum des Rheinland Klinikums Dormagen

Konservative Therapie

Viele Erkankungen der Wirbelsäule können konservativ, d. h. ohne Operation, behandelt werden. In unserem Krankenhaus kommen verschiedene Behandlungsmaßnahmen zur Anwendung:

  • intravenöse Schmerzlinderung (Analgesie), Epidurale Infiltrationen
  • bildgesteuertes Injektionsverfahren mittels Bildwandler: Facettengelenksinfiltration, ISG Infiltrationen und Wurzelleitungsanästhesie 
  • Physikalische Maßnahmen: Reizstrom, Krankengymnastik, Fango, Massagen, isotonische und isometrische Übungen der Rückenmuskulatur
  • multimodale Schmerztherapie


Operative Therapie

Bandscheibenvorfall an der Lenden- und Halswirbelsäule

Die Bandscheibe besteht aus einem äußeren Faserring und einem inneren Gallertkern. Bei einer Überbelastung oder mit zunehmendem Alter können Risse im Faserring entstehen. Die Kompression der Nervenwurzel an Lenden- und Halswirbelsäule kann Ursache für einen Bandscheibenvorfall sein. Ziel der Operation ist es, die Nerven von der Kompression zu befreien.

In unserer Klinik wird eine minimal-invasive Nukleotomie (OP bei Bandscheibenvorfall)  mit Wurzel-Dekompression endoskopisch über einen transforaminalen Zugang und mikroskopisch über einen dorsalen Zugang durchgeführt.

 

 
MRT Bandscheibenvorfall


 

 

endoskopische Nukleotomie

 

Einengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenosen/ Nervenkanal/ Neuroforamenstenose)

Im Rahmen des altersbedingten Verschleißprozesses kommt es zu Knochenanlagerungen an den kleinen Wirbelgelenken (Facettengelenkarthrose),  Verengungen des Spinalkanals (Spinalkanalstenose) oder Verengung des Nervenkanals (Neuroforamenstenose) können die Folge sein.

Wenn konservative Therapien wie Physio- oder Schmerztherapie keine ausreichende Beschwerdelinderung herbeiführen oder akute neurologische Defizite wie Taubheit oder Lähmung auftreten, kann eine Operation helfen. Ziel der OP ist es, den Spinalkanal oder den Nervenkanal unter einem Operationsmikroskop zu erweitern (Dekompression).  

 

Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) und Instabilität

Außer der Spinalkanalstenose können Verschleißerscheinungen im fortgeschrittenen Stadium auch zur Instabilität im Bereich der Wirbelsäule führen. Dadurch kommt es zum Verlust der ursprünglichen anatomischen Position der Wirbelkörper. Wenn die Wirbelkörper nach vorne bzw. nach hinten rutschen, spricht man von Wirbelgleiten (Spondylolisthesis). Erbringt die konservative Therapie keinen Erfolg, kann eine Operation sinnvoll sein.

 

Spondylolisthese vorher


 

 

Spondylolisthese nachher

 

Osteoporotische Frakturen

Osteoporose ist eine langsam fortschreitende Erkrankung, welche zu einer zunehmenden „Porösität“ und damit zu weichen Knochenstrukturen führt. Bei einem an Osteoporose erkrankten Menschen kommt es oft zu osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen ohne jegliche Unfallereignisse. Bei der Diagnostik werden zunächst Röntgenbilder der betroffenen Region angefertigt. Bei Verdacht auf eine frische Fraktur erfolgt eine Computertomographie (CT) sowie eine Magnetresonanztomographie (MRT). Dadurch wird die richtige Behandlungsstrategie festgelegt - konservativ mit ausreichender Schmerztherapie und einer Orthese für drei Monate oder zur Stabilisierung der Wirbelkörper mittels einer minimal-invasiven Operation (Kyphoplastie). Die Rekonstruktion des Wirbelkörpers erfolgt durch einen Ballon und durch Stabilisierung mit Knochenzement. Bei instabilen Frakturen mit einer zunehmenden kyphotischen Fehlstellung der Wirbelsäule verbinden wir in einer Operation zwei oder mehrere Knochenfragmente (Osteosynthese).

 

 

Unfallbedingte Wirbelsäulendeformitäten, Frakturen

Bei unfallbedingten Wirbelsäulenfrakturen und Instabilitäten kommen neben minimal-invasiven perkutanen Stabilisierungen auch offene Verfahren zum Einsatz inklusive Wirbelersatz. Die Therapie erfolgt gemäß Klassifikation und Therapieempfehlungen der Fachgesellschaften in enger Absprache mit dem Patienten.

 

   

Prothese an der Halswirbelsäule

 

Entzündliche Wirbelsäulenerkrankungen (Spondylodiszitis)

Im Falle eines bakteriellen Infektes der Wirbelsäule mit Ausbildung eines Abszess im Wirbelkanal und Infektion der umgebenden Knochen und Weichteile (Muskeln und Bandscheiben), muss oft eine operative Ausräumung und Spülung des Infektionsherdes erfolgen, ggf. mit zusätzlicher Stabilisierung und speziellen Platzhaltern im Zwischenwirbelraum. 

 

    

Instabilität der Wirbelsäule bei Lockerung der Osteosynthese bei einer Infektion


 

      

Ventro- Dorsale Stabilisierung der Wirbelsäule nach Behandlung der Infektion

 

Tumorerkrankungen der Wirbelsäule

Metastasen anderer Organe oder auch von der Wirbelsäule selbst ausgehende Tumore können die Wirbelsäule befallen und zu Kompression von Rückenmark und Nerven führen. Hier ist häufig eine Kombination aus stabilisierender Operation und (Teil-) Entfernung der Metastasen notwendig. Sollte ein heilender Therapieansatz bestehen, kann sogar eine Entfernung eines ganzen Wirbels nötig sein mit Wirbelkörperersatz. 

Bei schmerzhaften Wirbelkörpertumoren ohne Bedrängung des Rückenmarks oder der Nerven erreichen wir eine schnelle Schmerzreduktion mithilfe der Tumorablation. Dazu wird eine spezielle Sonde in den Wirbel eingeführt. Auf diese Weise lassen sich z.B. Metastasen (Tochtergeschwulste) und auch Osteoid-Osteome (kleine gutartige Knochentumore) behandeln.

Sollte eine Strahlen- oder Chemotherapie im Anschluss an die Operation erforderlich sein, planen wir im interdisziplinären Tumorboard die bestmögliche Anschlusstherapie.

 

 

Tumorerkrankung präoperativ


 

 

Tumorerkrankung postoperativ: Wirbelsäulenkörperersatz der LWK 4 metastasierende Mamma CA

 

 


Kooperationspartner des Zentrums

Im Rheinland Klinikum Dormagen

  • Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Unfall- und Gefäßchirurgie
  • Klinik für Onkologie
  • Klinik für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin
  • Abteilung für physiologische Therapie
  • Abteilung für Schmerztherapie
  • Zentrum für Radiologie und Nuklearmedizin in Dormagen

Rheinland Klinikum

  • Institut für Pathologie Grevenbroich
  • MVZ- Neurologie Grevenbroich
  • MVZ- Lukaskrankenhaus Neuss

Externe Partner


Leitender Oberarzt

Sadri Demukaj

Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Chirurgie
Master-Zertifikat DWG

Tel.: 02133 66 0
Fax: 02133 66 2403
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Oberarzt

Dr. med. Marius Porten

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, spezielle orthopädische Chirurgie, Zusatzbezeichnung Manuelle Medizin/ Chirotherapie
Master-Zertifikat DWG

Tel.: 02133 66 0
Fax: 02133 66 2403
E-Mail schreiben

 


Chefarzt

Prof. Dr. med. Guido Saxler

Außerplanmäßige Professur an der Universität Duisburg-Essen und Lehrbeauftragter an der Universität zu Köln

Tel.: 02133 66 2401
Fax: 02133 66 2403
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© Rheinland Klinikum GmbH | Geschäftsführer: Martin Blasig