Schmerztherapie

Die Multimodale Schmerztherapie (MMST) behandelt chronische Schmerzpatienten mit speziellen und zielgerichteten Übungen für Körper, Gedanken und das eigene Verhalten – immer unter ärztlicher Kontrolle. Alle Therapeuten arbeiten dabei nach einem gemeinsamen Konzept. Der Ausdruck Multimodale Schmerztherapie leitet sich ab von: viele (lateinisch: multi) Arten (lateinisch: modi) der Behandlung.

Erfahren Sie mehr über die leitenden Ärzte

Dr. med. Alexandra Knille

Schmerztherapie | Leitende Ärztin


  • Fachärztin für Anästhesiologie
  • Zusatzbezeichnung: Intensivmedizin, Spezielle Schmerztherapie, Palliativmedizin, Notfallmedizin, Suchtmedizinische Grundversorgung

 

Dr. med. Margaret Schönewolf

Schmerztherapie | Leitende Ärztin


  • Fachärztin für Anästhesiologie
  • Zusatzbezeichnung: Intensivmedizin, Spezielle Schmerztherapie, Notfallmedizin, Akupunktur

Informieren Sie sich über unsere Fachrichtung

In der Multimodalen Schmerztherapie (MMST) behandeln wir Menschen mit chronischen bzw. chronisch wiederkehrenden Schmerzen. Die Schmerztherapeuten werden vor allem dann zugezogen, wenn eine vorherige ambulante Behandlung die Beeinträchtigung durch die Schmerzen nicht lindern konnte.

Sie sind ein Patient für die Multimodale Schmerztherapie, wenn Sie einer oder mehreren der folgenden Aussagen zustimmen.

  • Sie haben seit mindestens 6 Monaten Schmerzen.
  • Die Schmerzen belasten inzwischen auch Ihre Psyche erheblich.
  • Sie leiden an einer Begleiterkrankung (zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes, COPD, Asthma, Epilepsie).
  • Bisherige Therapieansätze im ambulanten und stationären Bereich haben Ihnen nicht geholfen.

Die Multimodale Schmerztherapie kommt für Sie nicht in Frage, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft:

  • Suchterkrankung mit aktuellem Konsum
  • Akute Psychosen
  • Akute Eigen- und Fremdgefährdung
  • Fehlende Bereitschaft zur regelmäßigen Teilnahme am therapeutischen Angebot
WER BENÖTIGT MMST?

Die moderne Medizin kann die Beschwerden vieler Patienten lindern, Krankheiten oft sogar vollständig heilen. Dennoch bleiben Patienten, denen nicht befriedigend geholfen werden kann und die auch nach langwierigen Therapien weiter unter chronischen Schmerzen leiden.

Durch die erzwungene körperliche Schonung treten dann oft weitere Beschwerden wie Muskelschwäche, Verlust der Beweglichkeit oder Gelenkschäden auf.

Die lange anhaltende Erkrankung kann zudem psychische Veränderungen wie Reizbarkeit, Aggressivität oder Depressionen auslösen. Häufig beeinträchtigt sie außerdem die Belastbarkeit im Berufsleben und die Teilhabe an sozialen Kontakten, weil die Schmerzen den Rückzug aus Aktivitäten verstärken.

Manche Patienten sind dann in einem Teufelskreis gefangen, aus dem sie aus eigener Kraft nur schwer wieder herauskommen.

WIE HILFT MMST?

Im Rahmen unserer stationären Schmerztherapie behandeln wir chronische Schmerzen, die auf die bisherigen Behandlungen nicht ausreichend angesprochen haben.

Dabei setzen wir auf ein sehr intensives Konzept, bei dem viele unterschiedliche Fachdisziplinen mit verschiedenen Ansätzen gleichzeitig und gemeinsam an Ihrer Genesung arbeiten.

Durch diese Zusammenarbeit gelingt es in der Regel, schneller und nachhaltiger Erfolge zu erreichen, als mit einer Behandlung durch eine einzelne Fachdisziplin alleine.

Unsere Therapiebausteine

Das Konzept ist nicht als Notfallbehandlung von starken Schmerzen gedacht, sondern ein langfristig orientiertes Konzept, das auf zwei wesentlichen Grundpfeilern beruht:

Zum einen wird durch einen intensiven, gemeinsamen Ansatz vieler medizinischer Spezialisten den Beschwerden auf vielen Ebenen gleichzeitig begegnet. Zum anderen wird das Verständnis der Patienten für ihre Erkrankung gefördert, und sie lernen durch übende Verfahren, ihre Beschwerden eigenständig zu lindern. Eine ganz wesentliche Voraussetzung für den Behandlungserfolg ist die Bereitschaft der Patienten, sich auf alle Therapieangebote einzulassen, Eigenverantwortung zu übernehmen und aktiv mitzuarbeiten. Bei Bedarf kommen eine medikamentöse Schmerztherapie oder auch invasive Techniken wie Injektionen oder Schmerzkatheter zur Anwendung. Einen sehr großen Anteil am Behandlungserfolg hat sehr häufig die begleitende Psychotherapie, die nicht nur psychische Begleiterscheinungen verbessern kann, sondern auch den Umgang mit den Schmerzen positiv beeinflusst. Die stationäre Behandlung dauert 15 Tage, in denen jeder Patient einen individuellen Therapieplan erhält, der sich aus vielfältigen Einzel- und Gruppenangeboten zusammensetzt. Es wird großer Wert darauf gelegt, dass werktäglich mehrere Therapieeinheiten stattfinden, um eine möglichst hohe Intensität zu erreichen.

Medizinische Therapie
  • Anamneseerhebung (Erfassung der Krankengeschichte) und körperliche Untersuchung durch einen Schmerztherapeuten
  • tägliche Schmerzvisite
  • schmerztherapeutische Gespräche
  • Anpassung der Schmerzmedikation
  • Unterstützung durch zertifizierte Pain Nurse (Schmerzexpertin) als pflegerische Co-Therapeutin
  • ergänzend naturheilkundliche Verfahren (z.B. Schröpfen oder Blutegel)
  • Akupunktur/TCM
Physiotherapie
  • manuelle Therapie
  • Krankengymnastik (Einzel- und Gruppenangebote)
  • Krankengymnastik an Geräten
  • medizinische Trainingstherapie (individuell abgestimmtes Gerätetraining)
  • Bewegungsbad
  • TENS (Reizstromtherapie)
  • Ergotherapie
Psychotherapie
  • Regelmäßige Einzel- und Gruppengespräche
  • Psychoedukation zu chronischen Schmerzen (Was ist chronischer Schmerz und was macht er mit mir?)
  • Analyse von schmerzverstärkenden Faktoren
  • Training von schmerzreduzierenden Verhaltensmustern
  • Entspannungsverfahren, wie Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson
  • Pacing (Strategie, eigene Über- und Unterforderung zu erkennen und zu vermeiden)
  • Imagination
  • Achtsamkeitsübungen
  • Vermittlung von Strategien zum Umgang mit chronischen Schmerzen
  • Anleitung zur Erweiterung der sozialen Aktivitäten
  • Behandlung von Ängsten und Depressionen
Weitere Therapieangebote
  • Musiktherapie
  • Kunsttherapie
  • Ernährungsberatung
  • Sozialberatung
Teamsitzung

Das Team trifft sich mindestens einmal pro Woche zu einer Teamsitzung. Alle Patienten werden mit ihrer Krankengeschichte, Biographie, körperlichen Befunden und aktuellen Problemen vorgestellt. Fortschritte werden ebenso diskutiert wie Schwierigkeiten in der Behandlung.

SO ERREICHEN SIE UNS

Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf:

Fr. Brigitte Aengenheister
Tel.: 02133/66-4469

Wir vereinbaren mit Ihnen einen Termin zu einem vorbereitenden Indikationsgespräch
und planen gemeinsam die stationäre Aufnahme.

Bitte bringen Sie zum Termin Folgendes mit:

  • Einweisung
  • aktuelle Krankenunterlagen/radiologische Befunde
  • Medikamentenplan

Im Klinikum sind wir auf der 3. Etage, Richtung 3B, Raum 3.52 zu finden.

Die Schmerzbetten befinden sich auf der orthopädischen Station (3A/3B).

© Rheinland Klinikum GmbH | Geschäftsführer: Dr. Nicolas Krämer, Patricia V. Mebes